Alplistock Ost-West Überschreitung

Nach drei Jahren gabs nun die Möglichkeit für einen zweiten Versuch an der Alplistocküberschreitung. Damals mit Stef mussten wir im Regen abbrechen, diesmal sah das Wetter besser aus und die Seilpartnerin hiess G.

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Der ungefähre Anfang.

Um 5.30 starteten wir im Morgengrauen. Kurz hoch über den Läckigang und nach nur knapp einer Stunde war der Einstieg erreicht. Wir waren uns nicht wirklich sicher wo wir denn nun klettern sollten. Es hat keine Bolts, oder nur sehr wenige, deshalb wählten wir unseren eigenen Weg und trafen erst ca. bei der letzten Seillänge, einer 3c auf viele Bolts. G nahm sich dieser Aufgabe an und meisterte die Seillänge problemlos. Danach folgte noch ein wenig Gehgelände und schon standen wir auf dem Ostgipfel.

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G in der 3c.

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Die folgende Überschreitung

Die ersten Meter folgen wunderbar der Gratkante und sich ziemlich einfach. Den markanten Zipfelmützengendarme liessen wir aus, 5a war uns für heute zu viel. Kurz darauf mussten wir uns entscheiden, 4c oder 4a. Ohne Bolts, ziemlich ausgesetzt, da entschieden wir uns für die 4a.

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Die 4a von unten.

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G in der 4a von oben gesehen.

4a. Kein Problem. Schon einiges geklettert das schwieriger war, also los. Erst ein wenig hochgezogen und eine Schlinge gelegt. Dann mit viel Kraft hochgezogen und versucht die Füsse besser zu setzen. Links ganz ok, rechts nicht wirklich. Also suchte ich mit der linken Hand auf dem Zwischenboden einen Griff, nur da war nix. Also nochmals kurz zurück. Zweiter Anlauf. Den rechten Arm versenkte ich hinter der grossen Flake an welcher die Bandschlinge hing, den linken Fuss setzte ich so weit wie möglich nach links. Dann wuchtete ich mich ein wenig höher, sodass ich das rechte Bein nun hinter die Flake drücken konnte. In dieser wackligen Position suchte ich nun nach einer Möglichkeit höher zu kommen. Ich entschied mich, weiter nach links aussen zu gehen. Der rechte Fuss folgte dem Linken auf dem schmalen Absatz, während ich mich mit der rechten Hand noch an der Flake hielt. Da stand ich nun, zittrig und sicher, dass wenn ich abrutsche, der Boden meine Füsse empfangen wird. Ich hielt mich mit links und rechts so gut es ging an kleinsten Rippchen, hob den linken Fuss auf Reibung noch ein wenig höher und stand auf, geschafft. Ein wenig durch schnaufen und einen Friend in den Spalt drücken. Ein paar Meter querte ich nach rechts, bis zur Verschneidung die nach oben führt. Grasig-mosig. Eine fixe Schlinge nutze ich als Sicherung und begann mich hochzuziehen. Leider ist die Verschneidung für mich ein klein wenig zu eng. Pelle der Körperkeil. Ich musste mich mit dem Ellenbogen im Moos abdrücken, mit dem Knie am Fels schabend hochdrücken und noch einige lustige Bewegungen mehr. Dies alles ohne zusätzliche Absicherung, denn legen konnte man da nichts mehr. Erleichtert baute ich oben den Stand und wartete auf G.
Auch sie bekundete einiges an Mühe und fragte sich wie ich überhaupt den unteren Teil klettern konnte. Wir sind uns einige, 4a am Arsch.

Danach muss kurz abgeklettert werden, nicht allzu schwierig und sogar mit Bolts. Schnell kamen wir im leichten Gelände voran und standen bald ratlos nordseitig hinter einem grossen Turm. Wie weiter. Keine Steinmännlein mehr, keine Spuren, keine Bolts. An der Kante über uns entdeckte ich eine kleine Abseilschlinge. Wir entschieden uns, dass wir da hoch müssen. Also improvisierte ich den ca. 5m Aufstieg, Material hatten wir ja genug dazu. Doch auch dieser Aufstieg erwies sich als ziemlich nervenaufreibend. Schlecht absicherbar und im Falle eines Sturzes war wieder der Boden zu Gast. Wie G bei mir ankam, merkte ich, wir sind falsch. Zwar waren am Turm Bolts, aber die gehören sicher zu einer anderen Route und das sah verdammt schwierig aus. Wir seilten uns ab und suchten nochmals neu. Wir fanden einen Weg und hatten es geschafft, der Westgipfel war erreicht.

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Der Abstieg ist schnell erzählt. Ein wenig kraxeln, zweimal abseilen und als Zugabe noch ein spannendes Couloir gefüllt mit Schnee.

Nach knapp 7.5 Stunden waren wir zurück in der Hütte. Eigentlich alles gut geklappt, ausser dem kleinen Versteiger, aber das gibts mal. Gelernt haben wir, eine 4a muss nicht eine 4a sein.