Bärenhorn

Bärenhorn

Das Bärenhorn am Sustenpass wollte ich schon länger mal genauer anschauen. Es gibt spannend tönende Kletterrouten, aber ohne Bohrhaken. Deshalb wollte ich mal in die Gegend um das ganze anzuschauen.

Gemütlich fuhren wir spät in Zürich los und starteten um 7.30 bei Goretzmettlen. Zuerst gehts flach nach hinten bis zur Alp, ab da hats keinen Weg mehr, für den Rest der Tour.

Das Ziel vor Augen, leider erst mal rechts steil hoch und weit aussen rum. Wir waren zuerst zu weit rechts und mussten einen reissenden Bach überqueren. Das ging nur mit einem grossen Sprung. Ich warf die Rucksäcke rüber und sprang. Dann war Caro an der Reihe und schaffte es natürlich auch locker. Danach, weil es keinen Weg gibt, stiegen wir erst kreuz und quer durch die Alpenrosen und Gras und Pflotsch. Irgendwann fanden wir den Weg der Schaafe, das half dann mal für die nächsten Meter.

Am Jutzfadstock entlang gehts erst steil im Gras nach oben um dann in richtig mühsamen Schutt zu wechseln. Der Schutt liegt auf Gletscherschilffplatten welche unterspült werden. Alles bewegt sich, nichts hält. Wir versuchten so rasch wie möglich nach links zu queren um dort wenigstens wieder auf Gras und Schutt gehen zu können.

Nach unten siehts gar nicht schlimm aus.
Nach oben zeigt aber, lustig ist das nicht.

Endlich haben wir diesen Teil überwunden, aber es war uns längst klar was "knietötender Abstieg" in der Routenbeschreibung bedeutet.

Blick weiter zum Firnfeld. Links der Gipfel.

Dank der 20cm Neuschnee war dann auch der weiterweg im flacheren, richtig Kacke. Wir versuchten uns an die aperen Flächen zu halten und stolperten so entlang.

Beim steilen Aufschwung unterhalb des Gletschers machten wir erst mal Pause und überlegten wo wir wohl am besten hochkommen könnten.

Ungefähr so stiegen wir hoch.

Wir kletterten über die Gletscherschliffplatten, immer wieder mit viel Wasser und Dreck drauf. Teilweise recht steile Abschnitte machten das ganze auch extra spannend. Im Abstieg wählten wir dann relativ bald den Weg ins steile Schneefeld, runter geht das ja einfacher.

Der Gletscher war dann eigentlich kein Problem mehr, ausser das man mit den 20cm Schnee einiges mehr arbeiten muss. Und natürlich, dass ich mit meinen fast 100kg viermal in Löcher von kleinen Spalten einbrach.

Der Gipfel liegt dann herrlich auf scharzem Schiefer und darunter eine gelbe Kalkschicht die sich durchs ganze Gebiet zieht.

Von links, Schlossberg, Gross Spannort und Klein Spannort.
Der Titlis rechts und weiterhinten links die Berner 4000er.

Der Abstieg war dann wie bereits erwartet, knietötend. Nach dem Gletscher ists de facto ein Kampf gegen sich selbst. Jeder Schritt ist mühsam und schmerzt je länger es geht.

Alles in allem ein sehr schöner Ausflug, aber ein wenig gar hart für eine L tour. Mein Vorschlag, LS für Leicht Streng.