Chli Bielehorn die zweite

Chli Bielehorn die zweite

And so it begins, das Hochtouren Jahr 2021. Die enormen Schneemengen sind nicht gerade von Vorteil, nicht mal die Passstrassen sind durchgehend geöffnet. Am Furka reichte es bis zum Hotel Tiefenbach hoch. Glücklicherweise gibts da einige fast flache Stellen um Hank zu platzieren und eine gemütliche Nacht zu verbringen. Also entschlossen Caro und ich uns dazu wieder einmal den Schildchröttli Grat am Chli Bielenhorn zu machen.

No bizzeli viel Schnee

Eigentlich wollten wir um 4.20 Uhr aufstehen, aber unsere Nachbarn, zwei Holzkopf Skitourengänger mussten ja noch früher auf und lärmten rum als wären sie alleine, mercigäll. Egal, wir nahmen uns Zeit und wackelten kurz nach 5 Uhr los. Die Strasse entlang bis zum Anfang des Hüttenzustiegs für die Sidelenhütte. Ab da beginnt auch schon der Schnee, zum Glück gut gefrohren. Die Rippe unterhalb der Hütte war sogar grösstenteils Schneefrei.

Unser Ziel, von links nach rechts gehts hoch
Rechts der Gipfel und ohne Witz, no bizzeli Schnee

Von der Hütte ists nicht weit zum Einstieg. Und eben dieser war noch so voll mit Schnee, dass die erste Seillänge gar nicht geklettert werden konnte. Wir wählten einen Einstieg weit rechts von der normal Route, um direkt auf das erste Plateau zu gelangen. Schliesslich wollten wir nicht extra die Steigeisen montieren, für die 10m.

Nun gings ans klettern, die erste Seillänge ist recht gemütlich und gut kletterbar.

Blick zurück in der ersten Seillänge
Und der weitere Verlauf (die 4b und die Klagemauer)

Dann kommt eine durchaus schwierige Stelle, mit 4b bewertet. Caro machte sich an den Vorstieg.

Der entscheidende Zug

Am obersten Teil des Zackens steht man sehr sehr ausgesetzt auf kleinen Vorsprüngen. Da der Zacken fertig ist, muss man sich irgendwie da hochdrücken aber links gehts grad runter und rechts noch einiges weiter genauso senkrecht. Caro zögerte einige Male den Zug zu machen bis Zack geschafft und sie stand oben.

Der nächste Abschnitt ist die Klagemauer, so benannt weil mit 6c unkletterbar mit Bergschuhen. Deshalb klettert man da auch technisch. Also Bandschlingen abknöpfen und eine Steighilfe bauen. Und so gehts hoch zum nächsten und zum nächsten Haken. Wie immer grausam elegant derartige Kletterei. Im Nachstieg liess Caro eine Bandschlinge zurück und ich liess mich kurz von ihr am Seil runter um das Material einzusammeln. Dazu zog ich den Rucksack ab und liess ihn sogleich liegen und kletterte weiter. Erst als wir in der übernächsten Seillänge steckten fiel mir auf wie leicht ich mich doch fühle... Depp.

Letzte Schwierigkeiten

Noch ein zwei hübsche Klettereien folgten, gemischt mit kurzen Gehabschnitten und da wars auch schon geschafft. Zumindest fast, der Gipfel noch 10m über uns und der Schnee selbst für mich Hüfttief. Selten bin ich so abgesoffen, trotzdem liess ich es mir nicht nehmen und würgte mich noch irgendwie auf den Gipfel hoch.

Der Blick zurück auf den Gratverlauf

Der Rest ist schnell erzählt, zurück zur Hütte, was essen, Schneeschuhe wieder aufladen und runter auf die Passstrasse.

Toller Saisonanfang, alleine und mit Übernachtung in Hank.