Cima dal Cantun

Cima dal Cantun

Zum dritten Mal wollten wir uns den Cima dal Cantun geben, klappts diesmal? Beim ersten Mal kehrten wir wegen der vielen Spalten um, beim zweiten Mal verklemmte ich mir auf der Anreise derart den Rücken, dass wir nicht mal starteten. Diesmal sah es besser aus, ausser die Spalten.

Geplant war zuerst eine Überschreitung von der Albignia auf die Forno Seite. Der Hüttenwart der Forno riet uns aber ab, zu schlecht sei der Zustand auf ihrer Seite.

Morgens um 4.45 starteten wir, wie bekannt erst mit dem 170hm Abstieg zum See, um dann sogleich die Meter wieder nach oben zu gurken. Vor allem auf dem Rückweg macht dieser Gegenanstieg wahnsinnig Spass. Wir kamen gut voran, schwitzten aber bereits ordentlich. Nach ein wenig mehr als einer Stunde kam der Gletscher in Sichtweite. Das sieht gar aper und blau aus.

Cima di Castello mitting in der Sonne, dal Cantun wäre links

Der Weg hin zum Gletscher ist richtig mühsam. Riesige Granitblöcke wollen überkraxxelt werden, von einem zum anderen und zurück. Alles immer balancierend und natürlich rutscht und bewegt sich der ein oder andere Klotz. Im Vergleich zu vor sieben Jahren, hat sich der Gletscher erwartungsgemäss weiter zurückgezogen. Den letzten Teil geht man dann ansich bereits auf dem Gletscher, aber auf einer dicken Schuttschicht, Ausrutschgefahr inklusive.

Zwischenstopp, wir gingen rechts durch das Labyrinth (ausserhalb vom Bild) Letzter Abschnitt und Gipfel markiert.

Nach knapp 2h waren wir angeseilt und los gings. Gleich recht steil hoch über das blanke Eis. Vor uns war eine 2er Seilschaft, die dann netterweise bereits einen Weg durch das folgende Spaltenlabyrinth gefunden hatte. Dankbar folgten wir ihren Spuren. Danach bogen wir links ab, da ich eine meiner Meinung nach bessere Variante sah, während die anderen beiden erst noch länger geradeaus gingen um dann auch links zu queren. Schlussendlich waren beide Varianten gespickt mit Spaltenquerungen. Im Abstieg nahmen wir ihre Variante die mehr Schneegesumpfe brachte aber dafür nicht einen ganz so grossen Spalt wie auf unserer Spur.

Oben wartete ein 3m breiter Spalt

Ein wenig mehr als 3h brauchten wir dann doch bis zum Einstieg, geschuldet den Verhältnissen. Die Kraxxelei konnte beginnen. Unsere Freunde liessen uns vor, wollten Sie sich doch nicht gestresst fühlen. Zügig kamen wir voran, das Gelände doch recht einfach. An der Gratkante folgend, meist am laufenden Seil oder Kurzseil legten wir gut vor. Bis zur Krux. Ein kurzer 3a Abschnitt wartete.

Einfacher aber ausgesetzter Gratabschnitt
Caro zwängt sich durch. Beim Pfeil die Bandschlingen, da gehts hoch (ca. 3m hohe Platte)

Ich sicherte Caro die Platte runter, was aber zur Folge hatte, dass sie im Vorstieg die heikle und ausgesetzte Stelle klettern musste. Nach einigem Beraten auf Distanz, klippte sie eine Expresse in die Schlinge und kletterte mutig hoch. Ordentlich Luft unter dem Arsch an dieser Stelle. Die andere Seilschaft zeigte sich beeindruckt. Ich kletterte nach, zur Überraschung von Caro konnte auch ich mich durch die enge Stelle (auf dem Foto) durchzwängen. Man klettert das doch ein wenig anders mit meiner Länge. Der Zug hoch zum Stand war ganz schön knackig, zuviel runterschauen sollte man nicht. Und das schien unseren Freunden zum Verhängnis zu werden, sie kehrten nach einem Versuch um und brachen die Tour ab.

Für uns gings nun einfacher weiter, und durch das Steintor passte ich gerade so.

Passte grad mal so durch

Eine kurze saubrüchige Passage wartete noch und wir hatten es geschafft. 4.30h ganz ok mit all den Spalten.

Gipfelaussicht aufs Fornobecken
Der Gratverlauf

Der Abstieg war dann alles im Rückwärtsgang nochmals. Die schwierige Stelle sicherte ich Caro und kletterte sie dann selbst ab und versuchte mich so gut es geht abzusichern.

Eine der lustigen noch halbschneebedeckten Spalten

Die Tour zieht sich dann ordentlich, vorallem der Gegenanstieg. Wir waren schon komplett überhitzt und hatten nicht mehr viel zu trinken. Also noch ein letzter Spurt hoch in die Hütte und Trinken und Essen bestellt. Dann noch ein kurzer Wackel runter zur Staumauer und der Bahn und als Supplement noch den Weg zurück durch den Wald zum Camping. Alles in allem 10h Gehzeit.