Gross Schärhorn

Gross Schärhorn

Nach dem letzten eher anspruchsvolleren Ausflug gings diesmal an etwas einfacheres, das Gross Schärhorn am Klausenpass. As usual, früh morgens, wiedermal aus Zürich startend fuhren Caro und ich los. Der Beginn der Tour führt erstmal locker wandernd unter dem Chammliberg durch. Dann quert man auf einem Trampelpfad über den Moränenschutt in Richtung Gross Schärhorn und der Chammlilücke.

Auf dem Weg zur Lücke

Wie schon im Führer beschrieben, ist der Aufstieg später im Jahr nicht mehr ganz so einfach und lustig. Und das wars dann auch. Kurz bevor es durch das extrem brüchige und rutschige Couloir hochging überholten wir noch eine vierer Gruppe. Wir trugen bereits den Helm und bewaffneten uns mit dem Pickel. Unter dem Schutt hat es noch Eis und zusammen mit dem Wasser ergab das eine tolle Suppe. Mit jedem Schritt löste man Schutt aus, meistens nur Kleinzeugs aber zum Teil auch grössere Brocken. Es hatte sich gelohnt die Gruppe zu passieren und ich verstehe nicht weshalb sie nicht gewartet hatten, bis wir durch sind.

Da links hoch
Im Couloir, wunderschön
Der weitere Weg hoch durchs Couloir

Danach folgen einige Firnfelder und brüchige Querungen, nicht schwierig aber auch nicht sonderlich toll. Wir entschieden uns da, dass wir über das Chammlijoch absteigen werden und dem langen Umweg in kauf nehmen.

Kurz vor dem eigentlichen Gletscher

Der Aufstieg auf das Gross Schärhorn gleicht dann mehr einer Wanderung. Ein gut sichtbarer Pfad führt ziemlich direkt hoch, nur ganz zum Schluss braucht es ein paar mal die Hände. Am Gipfelaufschwung trafen wir auf eine vierer Gruppe im Abstieg und begannen zu warten. Ein langes warten im kalten Wind, denn die eine Dame hatte ordentlich Schwierigkeiten die Stelle abzukraxxeln. Egal, nach knapp 4.5h standen wir auf dem Gipfel. Nicht lange, es zog uns zu fest.

Aussicht vom Gipfel auf zwei alte Bekannte, Gross Ruchen und Gross Windgällen
Gletscherwackelspass....

Bald schon waren wir wieder zurück auf dem Gletscher und stiegen ans untere Ende des Chammlihoren ab. Und von da nun ätzend und kraftraubend hoch ins Chammlijoch. Es war nun schon 12 Uhr und die Sonne brannte ordentlich. Kurz vor dem Joch passierten uns von links her absteigend zwei dreier Seilschaften. Dadurch wurde mein Plan auf den aperen  Teil die letzten Meter zu wechseln durchkreuzt. Und ich entschied mich nun leicht unterhalb der Seilschaft eine parallele Spur zu machen, wollte ich doch nicht rumwarten. Ein paar wenige Schritte später sprang ich aber zurück. Erst merkte ich wie mein linkes Bein doch gar weit einsank und das rechte Bein flutschte ganz durch. Zum Glück hatte ich da mein Körper bereits zurückgelehnt und ich brach nicht komplett durch die Schneebrücke. Aber unter mir sah ich weit runter. Also einige Schritte weiter rechts. Mit dem Stock und Pickel stocherte ich und die gingen durch wie Butter. Noch weiter rechts, ein wenig besser. Ein wenig Anlauf und hopp drüber. Caro dann mit demselben Mannöver. Nun sah ich auf der Spur der zwei anderen Seilschaften weiter oben ein riesen Loch. Da war wohl jemand tiefer drin als ich, aber nett sagten sie nichts zu uns, Arschgeigen. Vorsichtig prüfte ich jeweils den Schnee und bald schon waren wir durch. Trotzdem ein unnötiger kleiner Schreck, hätte ich doch besser auf meinen initialen Instinkt vertraut und hätte den aperen Teil weiter angesteuert.

Nun gings nur noch runter, für mich zum sechsten Mal der Abstieg via Iiiswändli und bis zum Klausenpass. Nach 8h waren wir Müde unten.