Lagginhorn Südgrat

Lagginhorn Südgrat

Das Wetter war zu Beginn unserer Ferien noch gut (nachher dann nicht mehr so) und wir nutzten die Chance für Caro's ersten viertausender. Das Lagginhorn, aber natürlich nicht via Normalweg, sondern Südgrat. Ein ZS mit Kletterstellen bis 3a. Vor allem aber die Länge des Grats hat es in sich, reine Kletterzeit zwischen 4-6 Stunden gemäss Führer.

Der Grat, von der Scharte nach links

Da wir im Zustieg, die dümmere Variante wählten, brauchten wir eine halbe Stunde länger als über den schlaueren Pfad, jänu. Vor uns waren zwei Seilschaften gestartet und direkt mit uns wollten drei Holländer einsteigen.

Kurz vor der Scharte. Links ist der grosse Aufschwung.
Aussicht über Domodossola und das Tessin

Die liessen wir aber sogleich zurück. Die anfängliche Kletterei ist hauptsächlich Blockgelände und wir kraxelten am kurzen Seil. Bald holten und überholten wir die erste Seilschaft und liessen die bis zum Gipfel auch etwa um 1.5h Stunden stehen. Die vorderste Seilschaft holten wir am grossen Aufschwung ein, ein Pärchen aus Paris. Sie kletterten erst links über eine üble Platte und dann rechts über einen Überhang. Ich kraxelte gemütlich rechts und dann links hoch und fragte mich was zum Teufel die zwei machen. Wir wollten aber nicht vorbei und warteten ab.

Der Aufschwung und die Pariser auf falschen Pfad

Nach dem Gendarm war es kurz äusserst ausgesetzt, das bekam Caro gar nicht gut und sie brauchte einen Moment um sich zu sammeln. Da dies aber eigentlich die einzige wirklich ausgesetzte Stelle war, konnte Sie sich danach gut entspannen und kletterte einige Abschnitte vor. Auch das half, denn dann kann sie das Tempo vorgeben.

Entspannte Momente auf dem flacheren Abschnitt
Der Gipfel naht

Der Grat war ab da nun flacher und man überklettert Turm und Block um voranzukommen. Jedoch hatte es nun auch immer mal wieder Schnee und vereiste Stellen, also war Vorsicht geboten. Eine Abseilstelle kurz vor dem Gipfel war dann noch ein kleines Extra, richtig Spass machte uns das aber nicht mehr, wir wollten endlich oben sein.

Nach 6.5 Stunden kamen wir ziemlich happy auf dem Gipfel an, endlich war der Grat zu Ende. Ganz schön anstrengend in der Höhe.

Happy but tired

Der Abstieg mit Neuschnee auf dem Schutthang war dann auch nicht allzu Plaisir, wie auch die mühsame Querung zurück zur Hütte. Ganz schön streng so ein 4000er, vergisst man manchmal.