Leckihörner

Das erste Mal dieses Jahr mit Schmidi. Unsere letzte Tour war die Keschnadel, doch Schmidi hatte dieses Jahr noch keine Möglichkeit auf Tour zu gehen, weshalb wir uns für was gemütliches entschieden.

Das Klein und Gross Leckihorn von der Rotondohütte entsprach unseren Anforderungen. Kurze Tour, leichte Kletterei. Der Zustieg zur Rotondohütte ist leider hauptsächlich gelatsche auf einer asphaltierten Strasse. Nach 2.5h anstatt 3.5h waren wir bereits am Ziel, keiner von uns beiden hatte Lust diese Langeweile herauszuzögern.

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Ungefährer Routenverlauf.

Um 20 nach 5 Morgens liefen wir gemütlich los. Wir wussten wir werden alleine auf der Tour sein, das Wetter war perfekt, also kein Stress. Ein wenig über den Gletscher hochgestiegen und nach einer knappen Stunden standen wir am Grat des Klein Leckihorns. Souverän verstiegen wir uns mehrfach. Eigentlich haben wir den gesamten Grat falsch geklettert. Nie war uns klar wo wir uns befinden. Aber da alles ohne Bolts ist, kommt es nicht drauf an. Wir sicherten mit Schlingen und Friends und standen pünktlich auf dem Gipfel. Kurz vor dem Gipfel, muss noch auf ein Schneefeld abgestiegen werden. Dabei hatte Schmidi einen kleinen Schreckmoment. Ich sicherte sein runter gekraxel in einfachem Geländen von oben, als er tatsächlich eine Schublade zog und nach hinten fiel. Zum Glück hielt meine Blocksicherung und Schmidi lehnte sich nur im Seil zurück und stand wieder sicher da. Eine gute Erinnerung, warum man, wenn das Seil schon draussen ist auch solche Passagen ein wenig absichern sollte.

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Blick zurück auf den schuttigen Gipfel des Chli Leckihorns.

Nach einer kurzen Querung über ein Schneefeld, standen wir am Einstieg zum einfacheren Gross Leckihorn Grat. Wir verpflegten uns und kontrollierten das Topo, wir wollten ja endlich mal am richtigen Ort klettern. Ein Bolt weist den Einstieg. Die Kletterei ist einfach und nach wenigen Zügen steht man neben dem Türmchen. Von da geht es auf teils luftigen Grätchen, teils Blockgelände weiter. Die Tiefsicht ist am grossen Leckihorn eindrücklicher als am kleinen.

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Schmidi in bester Pose.

Nach 5h standen wir auch auf dem zweiten Gipfel. Mein Rücken zwickte wie die Sau, was mir die Freude ein wenig verdarb. Glücklicherweise entspannte sich der Rücken nach einem Bier in der Rotondohütte und einem zweiten, welches wir im Aufstieg in einem Bächlein am Vortag versteckten.

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Verstecktes Bier schmeckt am besten.

Schön wiedermal mit Schmidi unterwegs gewesen zu sein und mein Seil ist nun sein bester Freund.