Murmelsplanggstock
So früh im Jahr wie noch nie sollte es losgehen, 29 Mai. Das grandiose Ziel, der Murmelsplanggstock. Ein unscheinbarer Gipfel, direkt hinter der Sustlihütte. Aber für uns ein perfekter Einstieg in die Saison. WS mit einigen Kletterstellen bis ca. dem 3ten Grad.
Da die Hütte noch zu ist.... nein natürlich nicht. Hank sei dank, müssen wir für solche Touren nicht mehr in den Hütten pennen, Passtrasse tuts auch. Der Aufstieg zur Sustlihütte ist sowieso in 40min, locker zu machen.

Um 4.55 Uhr war tagwach, obschon, mein Wecker war falsch gestellt, dank Caro waren wir trotzdem rechtzeitig wach. Unsere Morgenroutine ist noch nicht so effizient wie in einer Hütte, aber nach knapp 50min waren wir auch ready und watschelten los.
Wie erwartet waren wir nach kurzem Aufstieg bereits bei der Sustlihütte. Noch ist die Hütte im Winterschlaf, aber ab dem Mittag wird die Saison beginnen.

Kurz vor dem Einstieg, begrüssten uns zwei junge Steinböcke mit lautem pfeifen. Sie fragten sich wohl, was die zwei Pappnasen hier um diese Jahreszeit machen. Leider mussten wir immer genau in ihre Richtung aufsteigen, sodass wir sie vor uns her-scheuchen mussten. Auf dem Grat angekommen, nahmen wir uns extra viel Zeit, damit die zwei Jungspunde Zeit hatten, sich von uns zu entfernen.




Nach ziemlich genau 3h standen wir zufrieden auf dem Gipfel. Den letzten Abschnitt, kletterten wir extra auf der Kante, um noch ein paar Übungsmeter im einfachen Blockgelände zu geniessen.
Der Abstieg, soll gemäss SAC Tourenportal, den Nordgrat runter führen. Wir schauten das von oben an und entschieden uns dagegen. Wir waren von Beginn an sicher, dass wir entweder alles zurück klettern, oder durch Couloir auf halben Weg absteigen werden. Später meinte auch der Hüttenwart, dass die Abstiegs Beschreibung schwachsinnig sei und er das dem SAC noch melden müsse. Er würde da nicht mal rauf klettern wollen, so schlecht sei der Fels.
Wir stiegen in der Gipfelflanke in einfachem Gehgelände zurück bis zum Couloir, welches wir beim Aufstieg sahen. Der Beginn ist ziemlich brüchig und schuttig, der zweite Teil dann in relativ steilem Schnee. Wir besprachen uns kurz und entschieden, dass wir das machen können.


Ja das Couli war nicht nur ein Spass. Der brüchige Teil ging noch recht gut. Ich sicherte Caro in 10m Abschnitten nach unten und folgte ihr dann. Natürlich lösten wir einiges an Schutt, was aber niemand stören konnte, waren wir doch alleine in der Gegend. Beim Übergang zum Schnee, mussten wir auf Steigeisen wechseln, viel zu hart gefroren war der Schnee um dies ohne zu riskieren. Das Couli hat schon eine schöne Steilheit, ein Sturz würde schmerzhaft enden. Vor allem, weil man unterwegs noch einige Steine besuchen würde.

Langsam, am kurzen Seil, bewegten wir uns vorsichtig nach unten. Die Knöchel schmerzten bei jedem Schritt, muss man doch die Fussgelenke durch biegen um überhaupt alle Zacken in den steilen gefrorenen Schnee zu rammen. Caro gefiel die ganze Sache gar nicht. Ich versuchte den Abstieg in kleine Abschnitte mit Pausen einzuteilen. Bei eingefrorenen Steinen machten wir halt und entspannten die Muskeln.

Nach etwa 15 Minuten wars geschafft, das Couli wurde flacher und die Ausrutschgefahr war vorbei.
Der Rest des Abstiegs war nur noch wandern. Eine ausgiebige Pause bei der Sustlihütte folgte bald. Nach exakt 6 Stunden, standen wir wieder beim Auto.