Murmelsplanggstock auch die zweite

Wie das so ist anfangs Saison, zu viel Schnee, Gewitter und nicht die grösste Auswahl an Touren. Deshalb macht man ein paar Repetitionstouren. Wir werweissten ob nun besser am Furka, am Susten oder auf der Göschenenalp, etwas drinliegen würde. Am Ende entschieden wir uns für den Murmelsplanggstock. Kannten wir ja vom letzten Frühling. Wie sich herausstellte, war es der beste Entscheid, am Furka und auf der Göscheneralp regnete es während wir schön im trockenen blieben.

Nach einer sauwarmen Nacht im Hank (17 Grad um vier Uhr morgens) machten wir uns kurz nach 5 auf den Weg. Auf dem Hüttenzustieg zur Sustlihütte, waren wir beide arg am Schwitzen. Unglaublich feucht und heiss. Bei der Hütte angekommen, mussten wir erstmals ein wenig trinken und hatten Zeit die Unmengen an Tourengänger zu beobachten. Locker gegen 50 Nasen waren entweder auf dem Weg zum Grassen Südgrat oder Grassen Normalweg. Was für eine Völkerwanderung.

Zum Glück wollte niemand in unsere Richtung, wir blieben schön alleine. Gemütlich überkletterten wir die kurzen Kraxelabschnitte die bis maximal in den 3ten Grad reichen. Caro übernahm Heute mehrheitlich den Vorstieg und ich chillte hinten dran. Das Wetter sah teils bedrohlich aus, alles bewölkt und teils mit frischem Wind, aber der Regen kam nie bis zu uns. Nach ein wenig mehr als 3 Stunden standen wir auf dem Gipfel und ich erleichterte mich erstmal.

Naja, nicht so das beste Wetter

Nun war da noch der Abstieg. Das Couloir welches Caro letztes Jahr gar nicht lustig fand. Da es aber so warm war, waren wir uns sicher, dass der Schnee weich und nicht gefroren sein wird. Um den ersten Schneefreien aber unglaublich schuttigen Teil besser absteigen zu können, sicherte ich Caro von oben her an einem Block. Immer wenn ich nachkam musste sie sich gut am Rand in Deckung bringen, denn ich brachte immer gleich das halbe Couli mit mir. Der Schneeteil ist durchaus Steil, aber immerhin diesmal mit Trittschnee. Also konnten wir die Steigeisen weglassen und uns langsam nach unten tasten. Bald schon waren wir im flacheren Teil und ich nutzte das für eine meiner längsten Rutschfahrten ever, was für ein Spass.

Das Couli von oben. Brüchiger Start.
Das Couli von unten. Caro in den letzen steilen Schritten.

Zufrieden wackelten wir noch in die Hütte, die sich bereits mit Tagesgästen füllte und dann weiter nach unten. Eine gute Entscheidung, eine schöne Tour und wieder mehr Erfahrung und Routine gesammelt.