Piz Palü
Nun also doch noch auf einen hohen Berg, nicht ganz viertausend, aber 3900m hoch auf den Piz Palü. Ganze sechs Jahre ist es her, seit ich auf dem Palü war. Aufgrund des fiesen Virus' entschieden wir uns für ein zweier Zimmer, wir wollen uns ja nicht anstecken im Massenschlag.
Um 3.30 Uhr war tagwach, nicht zur Freude aller beteiligten. Aber dieser initiale Moment hält ja nur kurz an, wenn man weiss, weshalb man gerade aufsteht. Wir nahmen uns Zeit, waren doch sowieso viele andere Seilschaften unterwegs. Um 4.20 Uhr watschelten wir im Licht des fast vollen Mondes, ohne Stirnlampen los.
Wir kamen gut voran, noch vor dem Gletschereinstieg, holten wir eine 8ter Gruppe ein. Vor uns lag eine vermeintliche 3er Seilschaft (die gingen ohne Seil, respektive einer hatte das Seil lässig um die Schultern, DAV hald) und eine 2er Seilschaft, die wir noch gut kennenlernen sollten.



Die vermeintliche 3er Seilschaft holten wir oberhalb des Cambrena Eisbruchs ein und mussten erstaunt feststellen, die gingen ohne Seil. Naja, bei den Spalten würde ich das nicht machen. DAV steht wohl für....
Vor uns also nur noch die 2er Seilschaft, ein älteres Ehepaar, welches top fit ist und wir nicht einholen konnten.

Steil führt der Pfad nun hoch auf den Ostgipfel. Die hohen Tritte machten Caro zu schaffen. Auch die Seilschaft vor uns hatte dasselbe Problem, die Dame ist eher klein, anstrengende Sache auf 3900m.


Vom Ostgipfel führt ein schmaler und ausgesetzter Grat rüber auf den Gipfel des Piz Palü. Hier braucht es äusserste Konzentration und Ruhe, einen Ausrutscher verträgt es nicht. Problemlos meisterten wir die Stelle. Nach ziemlich genau 3 Stunden standen wir auf dem Gipfel. Die Führerzeit von 4-6 Stunden kann man getrost vergessen. Wir kamen ins Gespräch mit der 2er Seilschaft und lernten uns von da an gut kennen. Wir trafen sie später im Abstieg, in der Diavolezza und auch in der Bahn. Lustigerweise waren sie am Sonntag ebenfalls auf dem Piz Üertsch, irgendwo hinter uns.

Wir entschieden uns, dass wir noch den Piz Spinas, den Nebengipfel erklimmen wollen. Da lockt doch wenigstens noch ein klein wenig Fels auf dieser Gletschertour. Gesagt getan und schon waren wir auf dem Piz Spinas. Das einfache Blockgratgelände, war keine Herausforderung mehr, dafür umso spassiger.

Nun ging es alles zurück, auf dem bereits bekannten Weg. Die Gegenanstiege zum Palü und Ostgipfel, liessen uns nochmals keuchen, danach ging es im Eiltempo runter. Der Schnee begann bereits aufzuweichen und wir wollten uns nicht zu Tode schwitzen.
Nach 6.30 Stunden liessen wir uns zufrieden in der Diavolezza nieder, packten unsere Sachen und nahmen die Gondel runter. Bei solchen Verhältnissen macht eine solche Tour doppelt Spass.