Piz Üertsch
Nach der super Tour auf den Kesch am Vortag, entschieden wir uns gleich noch den Üertsch zu machen. Ein Berg der uns La Punter natürlich wichtig ist, sieht man den Zacken doch vom Stubenfenster aus.
Um halb sechs standen wir auf, und um 20 vor sieben machten wir uns beim Albula Hospiz auf den Weg. Es geht gleich von Beginn an relativ steil hoch. Wir waren nicht ganz so schnell wie am Vortag, aber immer noch ein hohes Tempo.

Blick nach oben. Da rechts geht die Kletterei los.
Im letzten Abschnitt vor dem Kletterteil, erwartete uns eine hässliche Schutthalde. Vater entschied sich am linken Rand aufzusteigen, ich am rechten. Ich würde mal meinen seine Wahl war besser, aber scheisse wars für beide.

Unvergleichlicher Stil.
Den ersten Kletterteil stieg ich rasch durch den Schnee nach oben und richtete einen behelfsmässigen Stand am Fixseil ein. Rutschig und Nass wars. Und als Zusatz brach mir noch ein Griff weg, wach war ich also schon. Da Pelle nicht bis zu mir aufschliessen konnte, zu wenig Platz, musste er einige Meter unter mir stehenbleiben. Ich reichte ihm einen Karabiner mit Halbmastwurf runter und er sicherte mich die wenigen steilen Meter hoch. Ein wenig gruselig wenn man erst den Schnee und das Eis wegkicken muss, aber danach wars einfach. Auch Väterchen schwang sich gekonnt nach oben, die Schlüsselstelle war geschafft.
Von da an folgt man dem schmalen Grat meist auf der Kante. Am kurzen Seil, oder je nachdem ein wenig Mikroseillängen. Eine kurze Umgehung eines Gendarmen bot dann noch mal ein wenig Nervenkitzel, steht man doch in der steilen Nordflanke.
Nach knapp drei Stunden erreichten wir den Hauptgipfel, tolle Aussicht bis La Punt.

Geschafft!

La Punt vom Gipfel aus.

Der weitere Gratverlauf.
Da wir nicht ganz sicher waren wie der Grat nun genau weitergeht, kraxelte ich kurz vor um eine bessere Sicht auf den weiteren Verlauf zu haben. Keine Sache, das machen wir spielend. Und so wars auch. In knapp 30min waren wir bereits auf dem Ostgipfel.

Väterchen kurz vor dem Ostgipfel.
Sogleich machten wir uns an den Abstieg. Enorm viel Schnee lag zwischen den Felsen. Nicht ganz ungefährlich mit all dem Schutt unter der Schneedecke. Ein relativ einfacher Kamin war dann noch das grösste Hindernis. Ich sicherte Pelle von oben während er souverän abkletterte, aber sicher ist sicher. Wie ich bei ihm unten war begann der gemütliche Teil. Über ein immer flacher werdendes Schneefeld gings rasch nach unten.

Oberhalb der Abseilstelle.

Blick zurück.
Alles in allem auch diese Tour einfach nur Plaisir. Toll klappte es beide Sehnsuchtsberge von Pelle zu besteigen.