Poncione di Cassina Baggio

Da J unbedingt wieder ein Jahr älter werden wollte, machten wir mal etwas neues. Jeannine und Andi bildeten die eine Seilschaft und Caro und ich die andere.

Für Caro und mich war nur schon die Anreise eine Herausforderung. Die Züge hatten scheinbar mit der Hitze Mühe, wir aber auch, den in Arth stiegen wir prompt in den falschen Zug und landeten ohne Halt in Bellinzona. Machte zeitmässig keinen Unterschied, aber dafür wurde es ein wenig teurer, immerhin keine Busse.

Der kurze Hüttenzustieg zur Piansecco Hütte hatten wir in knapp 40 Minuten hinter uns. Wunderschön gelegen zwischen Lärchen, mit einer tollen Aussicht auf unser morgiges Ziel.

Small image
Unser Ziel.

Um ca. halb sechs Uhr Morgens machten wir uns auf den Weg. Heisssss wars schon von Anfang an. Die meisten von uns vier wechselten auf kurze Hosen, ein Novum. Zuerst geht es auf einem Wanderweg ein wenig hoch, dann zweigt man nach links ab in ein grasiges Couloir, welches man von der Hütte aus nicht erspähen kann. Nach ein wenig mehr als einer Stunde beginnt dann die Kraxelei.

Small image
Das grasige Couloir links und der Gipfel ganz rechts.

Die Kletterei bewegt sich meist im zweiten Grad und muss selbst abgesichert werden. Zum Glück bietet Granit unzählige Möglichkeiten für Friends, Keile und Schlingen. Für Caro und mich war es erst die zweite gemeinsame Tour, also gingen wir die Sache gemütlich an. Wir fanden aber schon bald eine guten Rhythmus und folgten den anderen zwei mit ein wenig Abstand.

Vom Turm II muss man kurz in eine Lücke absteigen. Da wollten wir uns eigentlich trennen. J und A wollten den Turm III erklettern, wir zwei nur umgehen. Der Schwierigkeitsgrad ist mit 4b doch schon ein wenig höher. Da sich die anderen beiden aber auch nicht so sicher waren wo es lang ging, endeten sie auf derselben Umgehung und schwupdiwup waren wir schon am Turm III vorbei und J enttäuscht.

Small image
Kurz vor Turm IV.

Turm IV war dann wieder einfacher und am Ende kann 50m abgeseilt werden.

Small image
Caro auf einem luftigen Gratabschnitt.

Small image

Ein letztes Hindernis, bildete noch einmal die Wegfindung. Allgemein war die Wegfindung die grösste Schwierigkeit. Wie so oft, wenn man sich zu fest aufs Topo verlässt, vergisst man selbst das Gelände zu lesen. Nach ein wenig suchen und probieren, fanden wir den richtigen Aufstieg zurück auf den Grat und schon bald standen wir auf dem Gipfel.

Small image
Hinter dem roten Turm gehts weiter, aber erst einen Zacken nach dem roten Turm.

Der kurze Abstieg auf die Reste des Gletschers bot noch ein klein wenig Unterhaltung. Die gesamte Flanke ist enorm brüchig und man kann spielend leicht tonnenschwere Blöcke in Bewegung versetzen. Vorsichtig wurstelten wir uns durch Schutt, Sand und Felsblöcke nach unten. Vielleicht, rutschte dem einten oder anderen auch ein kleiner Schrei raus, bei all den kleinen Schuttlawinen.