Schildchröttli Comeback
Lange ists her. Endlich wiedermal ein Versuch an etwas ein wenig grösserem.
Der Schildkröttligrat schien uns ein perfekter Einstieg und Test. Weil wir faul sind, starten wir erst um 6.00 Morgens in Zürich. Und gleich mit einem kleinen Schock. Eine Velofahrerin wurde vor unseren Augen an der Ecke Schlachthof über den Haufen gefahren. Toll wie gut die Velovorzugsroute funktioniert. Zum Glück blieb Sie unverletzt.
Der Aufstieg an der Sidelenhütte ist wie immer relativ angenehm, aber der nun schwerere Rucksack drückte ein wenig mehr. Nach knapp 1.30h waren wir am Einstieg und mit ein paar guten Zügen kletterte ich los. Komisches Gefühl, nicht mehr wie früher.
Nach kurzer Sonnenpause ging es in die zweite Seillänge, die Caro in Angriff nahm. Schattenseitig war der Fels noch arg kalt.

Wir kamen gut voran. Nun wars an mir die 4b Seillänge zu machen, die ein wenig Überwindung kostet. Hab ich auch schonmal eleganter erklommen, aber hat geklappt. Und auch Caro hat nach der langen Pause, zwei-drei extra Atemübungen benötigt. Wenn man mal nicht mehr so im Rhythmus für solche Touren ist, brauchts doch wieder mehr Nerven. Die folgende Klagemauer, tech-kletterte ich wie jedes mal mit Schlingen und ziehen und schnauben. Nun holte uns eine andere Seilschaft ein. Eine Seillänge weiter liessen wir sie durch, die beiden sicherten eher entspannt, ohne wirkliche Stände zu bauen. Wir hingegen versuchten alles nach Buch zu machen, weil Übung eben fehlt.

Noch ein interessanter Piaz-Zug wartete, den nahm ich mit vollem Anlauf und vergass einen kurzen Moment, dass da doch was mit meinem Körper war.
Nach knapp 2h klettern und 4h insgesamt, standen wir auf dem Gipfel. Zufrieden ob unserer Leistung und auch mit der Erkenntnis, dass die lange Pause schon ein paar Routine und Wissenslücken geschaffen hat. War zu erwarten.
Runter gings wie immer zügig. Rücken hält. Linke Seite definitiv verspannt aber so weit so gut, erster Test bestanden.