Undertalstock

Undertalstock

Zum Abschluss noch eine Klettertour, trotz der Schulterprobleme von Caro. Der Undertalstock schien uns perfekt, drei schwierigere Seillängen und dann noch zwei einfache. 4c, 5a, 4b und 3er.

Da auf Sonntag ein Temperatur und Wettersturz angesagt war, mussten wir den Samstag nutzen. Also noch am Abend auf den Sustenpass hoch und gemütlich übernachten, für Klettertouren kann man ja auch später aufstehen.

Kurz nach 7ben Uhr machten wir uns an den Zustieg, nur gerade 1.5h, ein Klacks. Der grosse Zahn kam uns immer näher und die eindrückliche Rampe erstrahlte im Sonnenlicht. Um 9 Uhr waren wir ready und ich legte los.

Der ungefähre Routenverlauf
Der Blick hoch in die ersten 2 Seillängen

Die erste Seillänge gelang mir ganz gut, ich hielt mich eher rechts vom Riss und schob mich so nach oben. Erst am Ende der Seillänge macht die Route einen knick nach rechts, diese Querung stellte sich dann als ein wenig hässlicher dar. Nass und rutschig, so wie man es liebt. Alles in allem aber gut machbar und Caro machte sich auf den Weg. Auch ihr gelang die Seillänge problemlos.

Blick zurück vom ersten Stand, Caro ist soeben gestartet

Nun also die 5a. Der erste Teil ist gemütlich, bis zum ersten Haken, dann gehts los. Erst nach links in Richtung des grossen Risses um dann von dort weiter relativ gerade nach oben. Die Wand wird da schon recht steil und es ist eher plattig. Meine Füsschen sind sich die Finken nicht mehr so gewohnt und mein grossen Zehen killen mich ja sowieso. Da die beste Route nicht immer direkt am Riss ist und man teilweise in Richtung Wandmitte ausweichen muss, stand ich dann rechts von einem Haken, weit weg vom schönen Riss. Ich wollte kurz noch ein wenig höher um dann versuchen wieder nach links zu kommen. Kleine Griffchen und für den linken Fuss nur einen schlechten Reibungstritt. Ich schob mich hoch, belastete den linken Fuss und schwupps... Ich konnte  mich gerade noch halten und kletterte langsam wieder ab zum guten Tritt. Der Tritt, der auch des Übels Ursprung war, feucht nasses Moos. Kein Wunder glitt ich aus. Ich suchte nach einer Lösung direkt nach links zu klettern und fand etwas vernünftiges, nur setzte nun aber das Zittern ein, da war also ein wenig Adrenalin im Blut. Erstmal gut durchatmen und Pause, so zittrig klettert es sich nicht schön. Nach zwei drei Minuten hatte ich mich gefangen und ich machte weiter. Nun recht rasch nach oben, wieder in Gelände das mir mehr zusagt. Klemmen, stemmen und nach oben schieben. Bis unter einen grossen Block. Ich guckte rechtsrum, konnte aber keinen Haken sehen und links gings durch einen feuchten dunklen Kamin. Und weils rechts eher plattig ist, kletterte ich instinktiv in den Kamin. Oben angekommen sah ich den Haken, schön weit rechts von mir. Tja egal, rüberqueren und den Haken auslassen, dafür konnte ich eine Top-Schlinge am Ende des Kamins verbauen, safe. Dann wars geschafft, auch die Seillänge war hinter mir, ein wenig zappliger als erhofft.

Blick vom zweiten Stand, Caro am ersten Haken

Auch Caro gelang die Seillänge mit einigen Fragen, nicht ganz so einfach. Und dank mir musste sie auch noch durch den lustigen Kamin. Die Freude stand ihr jedoch ins Gesicht geschrieben, schon cool der Fels. Der weitere Aufstieg verlief dann problemlos, ausser einem gröberen Seilknäuel der uns ein wenig Zeit kostete. Mit Doppelseil passiert das schon mal.

Eine schöne feine Platte die Caro im Vorstieg problemlos meisterte
Die letzten Meter rüber zum Gipfel

Nach knapp 4h sassen wir auf dem Gipfel und guckten der Seilschaft hinter uns zu.

Im Abstieg geht es erst über einen einfachen 2er Grat und dann ein erstes Mal 25m abseilend runter. Zum Abschluss gibts dann noch eine 50m Abseilstelle, so dass das ATC schön heiss wird.

Erste Abseilstelle
Zweite Abseilstelle (50m)

Zufrieden badeten wir zum zweiten Mal innert eines Monats im Bächlein beim Parkplatz, ein perfekter Saisonabschluss, fürs erste.