Wenden am Wendenhorn

Wenden am Wendenhorn

J und ich wollten schon längst mal das Wendenhorn machen, aber jedesmal kam uns etwas dazwischen. Diesmal sollte es nun endlich klappen. Am Abend fuhren wir noch auf den Pass hoch und machten es uns gemütlich. Zwischen den Wolken durch sahen wir zum teil den Südostgrat und da hatte es ein wenig frischen Schnee drin. Ach das wird sicher gehen.

Der Vorbau

Also morgens früh los und die Kletterfinken liessen wir im Auto. Die drei 5a Einstiegsseillängen schaffen wir ja locker in Bergschuhen. Das Wetter war gut und mit den ersten Sonnenstrahlen stieg ich in die erste Länge ein. Knackig das Ding, verdammt knackig. Die Tritte klein, oft auf Reibung und die Hakenabstände nicht ganz ohne. Als ich dann noch bei einem Reibungszug an die Expresse kam und diese aus der Wand aushängte (wie zum Teufel schafft man sowas) waren dann meine Nerven schon ein wenig angespannt. Ein Sturz hätte wohl länger sichtbare Spuren hinterlassen. Also mal ganz ruhig und weiter bis zur nächsten Möglichkeit wenigstens eine mobile Sicherung zu legen. J stieg dann die zweite Seillänge vor, auch nicht grad plaisir, vorallem auch zwischendurch schon gut nass.

Blick zurück vom ersten Stand

Auf dem Vorbau angekommen suchten wir den Einstieg für den Rest des Grates, nach längerer Suche kapierten auch wir wos weitergeht und kletterten weiter.

Na, da liegt doch aber schon ein wenig viel Schnee

Nun holten uns zwei Ürner auf die in Finken unterwegs waren. Ein paar Seillängen weiter liessen wir sie vorbei und machten dann weiter, aber nicht mehr lange. Überall begann nun das Wasser runterzulaufen und vor uns war der grosse Platten Abschnitt mit Reibungskletterei. Nun, in Finken kann man, da ja auch mal ein paar cm weiter links oder rechts einen trockenen Tritt wählen, mit Bergschuhen geht man aber lieber nicht in den 6er Plattenbereich, aber wenn die einzigen Tritte nass sind? Wir probierten ca. 30 Minuten und entschieden uns dann, zu heikel, wir kehren um. Das Wetter begann auch entgegen dem Bericht umzuschlagen. Unser eigener Stolz, alles mit Bergschuhen zu klettern biss uns nun in den Arsch, selbstschuld.

Oben der Ürner am Ende der nassen Platten
Abbruch, die Platten waren uns zu Nass

Improvisiert über die Route abseilen ist immer ein riesen Spass. Und dann noch vom Vorbau einen Abstieg zu finden war auch lustig bis anstrengend. Nach 9h waren wir zurück auf dem Parkplatz und zufrieden mit dem Entscheid abgebrochen zu haben, denn das ganze Wendenhorn war in Nebel und Woken eingehüllt, sicher nicht viel trockener der Fels.