Wendenhorn 2.0
Das einzige Mal mit Drewsky dieses Jahr auf Tour und was schlägt der vor? Das Wendenhorn.... aber sicher doch.
Früh morgens lud ich ihn in Zürich auf, denn ich mochte nicht mehr am Abend auf den Pass hochfahren. Um ca. 5.30 starteten wir bei Sustenbrüggli in die Nacht hinein, September, es ist immer noch dunkel. Relativ gemütlich machten wir uns an den Zustieg bis zum Vorbau, wollten wir doch auf die ersten Sonnenstrahlen warten.
Um 7.20 Uhr startete Drewsky in die erste Seillänge die ich ja gut kannte. Aber diesmal mit den Finken, wir wollten uns ja nicht so quälen wie J und ich das letzte Mal. Zusammen mit der Sonne war das ein angenehmerer Start als vor 2 Monaten, trotzdem fand ich die Seillänge auch in Finken immer noch sehr fein und nicht nur einfach. Die zweite und dritte Seillänge war schnell absolviert und wir hatten den Vorbau hinter uns.



Auch die folgenden Seillängen gelangen schnell und da standen wir nun also, an der Stelle an der J und ich umkehren mussten. Aber diesmal war der Fels wunderbar trocken. Andi stieg das ganze locker flockig hoch und auch mir gelang die feine Kletterei mit Finken auf trockenem Fels problemlos. Tja, so einfach wärs gewesen, wenn die einzigen Guten Griffe und Tritte nicht voll Wasser sind.

Eine einfache Seillänge führt dann zum ersten Grossen Turm. Diese Seillänge soll die schönste sein, und sie ist wirklich top. Langsam schlossen wir zur Seilschaft vor uns auf. Ein Bergführer mit Gast. Ein weiterer Turm, ebenfalls toll zu klettern und schon bald hinter uns. Wir entledigten uns der Finken, vor allem meine Füsse schmerzten nun langsam und wechselten auf die Bergschuhe. Die folgenden knapp 4 Seillängen bis zum Gipfel sollten nicht mehr allzu schwer sein, maximal im dritten Grad. Wir machten gleich Rast und schauten der anderen Seilschaft zu, wie sie durch das brüchige Couloir hochstiegen.



Wir entschieden uns synchron zu klettern und machten uns wieder auf die Socken. Die alte Gschüddersau in mir wollte natürlich auch ins Couloir, Andi hielt mich aber davon ab und verwies auf die rechte Gratkante. Recht hatte er, viel schöner hier nochmals zu klettern. Luftig und ausgesetzt und mit ein paar wenigen Haken. Auch da schossen wir hoch und standen nach 5.30h auf dem Gipfel. Das war ziemlich effizient, dies obschon wir ca. 13 Seillängen auf Stand sicherten und nicht viel synchron kletterten.

Wir genossen die Aussicht und staunten ob der gut eingeschneiten Gletscher in diesem Sommer.
Der Abstieg besteht dann hauptsächlich aus abseilen und vorsichtigem abklettern in sehr brüchigem Gelände. Auch der letzte Abseiler auf den Gletscher war problemlos, dem vielen Schnee sei dank. Wir rutschen den grössten Teil im pfludrigen Schnee runter und legten uns beim Depot unterhalb des Einstiegs in die Sonne, geschafft. Naja nicht ganz, der gurkige Abstieg bis zur Strasse musste auch noch absolviert werden, durch Tonnen von Schaafscheisse.


Das Wendenhorn, doch noch geschafft im 2021, eine super Tour.