Wildhorn Germannrippe
Letztes Jahr mussten J und ich die Germannrippe bereits nach der zweiten Seillänge verlassen, blöde Gewitter. Aber diesmal sollte es klappen.
Um 20 nach 5 starteten wir in der Wildhornhütte. Noch nicht ganz hell, aber genug hell, dass wir die Stirnlampen nicht brauchten. Nach einer knappen Stunde standen wir bereits am Einstieg. Eine andere Seilschaft, war soeben gestartet.

Die Rippe in der Morgensonne. Unten sieht man die andere Seilschaft.

Der Einstieg.
Wir liessen ihnen noch ein wenig Zeit und machten uns 2 Seillängen nach ihnen, an die Kletterei. Die erste und zweite Seillänge kannten wir ja bereits. Wir wechselten immer ab, ich die ungeraden, J die geraden. Die ersten drei Seillängen sind irgendwo im dreier Bereich, die vierte dann eine 4b. J meisterte sie im Vorstieg problemlos und die folgende fünfte Seillänge mit 4a gelang mir auch ohne Probleme.

Die vierte Seillänge.
Ich in der fünften Seillänge.

Die Sicht vom fünften Stand zurück, ganz unten sieht man den Einstieg.
Die sechste und siebte Seillänge legte J gleich zusammen, und ich machte dasselbe mit der achten und neunten. So schnell wie sich das liest, so schnell waren wir auch. J absolvierte noch rasch die 15m der 10ten Seillänge und wir waren bereits beim Routenbuch. Kurz eingetragen, die 11te Seillänge erklettert und nun durfte J noch den schwierigsten Abschnitt erklettern. Wir schätzen das mal so auf 5a. Gekonnt, kletterte Sie die feine Platte eher links hoch. Ich wählte die brachiale Variante, piazzend am rechten Rand. Beides braucht einiges an feinen Manövern auf Höhe des einzigen Hakens, aber dank dem ultra scharfen Kalk, greifen die Sohlen hervorragend auf Reibung. Überhaupt, der Fels ist fantastisch, die Kletterei etwas vom schönsten, dass wir bisher im Kalk gemacht haben.

J nach dem schwierigsten Teil.

Die letzten Meter zum Ende der Germannrippe, in einfacher Kraxelei. Links unsere zwei Freunde.
Nach ziemlich genau 3 Stunden standen wir am Ende der Germannrippe. Das war richtig schnell. Unser Zusammenspiel am Seil, war nahezu perfekt. Wir sicherten alles ausschliesslich mit dem Partie Seil und konnten so jede Seillänge überschlagen.
Noch 1 Stunde später, inklusive eines kleinen Schwatzes mit der anderen Seilschaft, standen wir auf dem Gipfel. Eine fantastische Aussicht. Noch nie haben wir das Wallis aus dieser Perspektive gesehen.

Unvergleichliches Panorama. Links das Berner Oberland, die Berner 4tausender, das Wallis bis ganz rechts zum Mont Blanc.
Der Abstieg war rasch hinter uns gebracht. Nach nur knapp 6h sassen wir wieder in der Hütte und tranken etwas. Führerzeit wären zwischen 5.30 bis 7 Stunden, nur bis zum Gipfel. Wir sind der Meinung, dass es dank den Bolts auch nicht mehr ganz so schwierig ist, wir haben ausser Schlingen nichts selbst gelegt. Jedoch finden sich auch neue Berichte von Bergsteigern, welche die Zeit nur knapp erreichten. Wir waren jedenfalls zufrieden, selten eine so Ereignislose und doch anspruchsvolle Tour erlebt.