Witenwasserenstock

Witenwasserenstock

Ja auch der Witenwasserenstock war schon einmal das Ziel. Im ersten Versuch, zwang uns der Regen zur Umkehr, also second try. Mit Hank fuhren wir bis nach Oberstaffel, um dort zu übernachten. Wie wir oben ankamen, riss die Wolkendecke auf und wir genossen die Sonne, kochten Abendessen und verkrochen uns unter den Decken. Am morgen wars doch recht kalt mit knapp vier Grad. Aber macht ja nichts, wir wollten uns ja bald bewegen.

Nach knapp 50 Minuten waren wir bei der Rotondohütte. Caro nutze die Sanitären Anlagen, während ich die Morgenstimmung genoss. Bis ich etwas entdeckte, eine 10ner Gruppe betrat soeben den Gletscher, und zwei weitere Nasen befanden sich im Zustieg auf halbem Weg.

In der Mitte unser Ziel, und wer sucht der findet, die 10ner Gruppe rechts am Gletscherrand.

Erst hoffte und dachte ich, die Gruppe wird auf die Leckihörner gehen. Falsch, sie zielten alle zwölf auf den Witenwasserenstock. Mit etwa 25 Minuten Rückstand kamen wir am Gletscher an. Ich war überzeugt wir können die noch einholen, Caro war von der Idee und den Erfolgsaussichten nicht sehr begeistert. Ich schlug ein hohes Tempo an, aber drückte nicht voll aufs Gas. Im steilen Schlussteil unterhalb der Lücke, schlossen wir fast zu der zweier Seilschaft auf und wie wir oben in der Lücke ankamen, sahen wir die 10ner Gruppe am rumsitzen. Hahaaa geschafft, also zogen wir gleich nach rechts weiter und übernahmen die Führung. Die 10ner Gruppe war sichtlich überrascht. Die zweier Seilschaft wussten sie hinter sich, aber das wir uns bereits so Nahe angeschlichen haben, wussten sie offenbar nicht. Sogleich schlossen sie sich, in 3 Seilschaften uns an. Da der Schnee sehr weich und tief war, wich ich auf die Felsen aus. Die anderen Seilschaften folgten unserem Entscheid, wichen aber früher wieder auf den Schnee aus und folgten den alten Spuren. Uns wars egal, wir knirschten mit Steigeisen an den Füssen der Gratkante entlang und querten viel später erst zurück in die Firnflanke.

Beim ersten steilen Aufschwung, einer 3a Kletterstelle, kletterten wir, weiter mit Steigeisen, auf den Platten nach oben bis zu einem Stand. Oben angekommen konnten wir den Rest des Blockgrates erkennen und entschlossen uns die Steigeisen und Rucksäcke hier zu deponieren. Währenddessen unterquerte uns die vorderste 3er Seilschaft. Offensichtlich dachte der Bergführer der Gruppe, es wäre einfacher im immer steiler werdenden Firn hochzusteigen. Wir hörten wir er mit der Seilschaft hinter sich kommunizierte und fragte ob sie nicht doch auch besser auf den Fels ausweichen hätten sollen.

Ohne Steigeisen an den Füssen, kraxelten wir nun weiter. Eine kurze Absprache mit dem Führer der vordersten Seilschaft, endete mit seinem Entscheid, uns weiter den Vortritt zu lassen. Naja, wie hätte er uns jemals überholen sollen, waren wir doch auf trockenem Fels.

Zack zack, ein paar tolle Kletterpassagen, ohne jegliche Bohrhaken und wir standen vor der Gipfelplatte.

Die Gipfelplatte. Erst gerade hoch auf den Tisch, dann am rechten Rand hoch zum Gipfelbuch.

Auch hier keine Bolts, strange, im Topo waren welche erwähnt. Egal, ich schwang mich grinsend nach oben. Schon lange nicht mehr, konnte ich derart schönen griffigen und perfekt gestuften Fels erklimmen. Oben angekommen, sicherte ich Caro im Nachstieg und kurz darauf hingen wir beide am ausgesetzten Stand.

Das Gipfelbuch und der Stand.
Blick vom Gipfel zurück auf den Grat.

Nach einem kurzen Missverständnis, seilte ich Caro ab und kletterte die Platte frei ab. Wir passierten die 10ner Gruppe und kletterten gemütlich den Grat entlang zurück.

Die 2er Seilschaft näherte sich nun auch noch.
Die 10ner Gruppe hampelte am Gipfel rum.

Wir liessen uns viel Zeit, denn nun hatten wir endlich Zeit. Leider waren wir schon ein wenig gestresst, aber lieber vor den Pappnasen als hinter denen. Ich blickte immer wieder zurück und sah, dass wir etwa 1h unter dem Gipfel hätten warten müssen, hätten wir sie nicht überholt.

Zufrieden stiegen wir via Hüehnerkopf ab und wählten möglichst direkte Linien durch den restlichen Schnee. Nach ziemlich genau 6 Stunden waren wir zurück in Oberstaffel und assen erstmal zmittag.